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13. Juli 2008

Deiner Augen Blicke

Wie dunkle Türen dicht versperrt,
undurchdringlich sie erschienen,
doch Tränen sind darin geflossen;
Und weinte ich nicht mit in ihnen,
als sie, den Eintritt mir verwehrt,
für immer sich vor mir verschlossen?

Die Schwärze sinkt in meine Bläue;
Sind zwei Jahre Festung nichtig,
mein Herz und Seele dir ein karges Feld?
Ist mein Aufruhr dir nicht wichtig,
als gibt und gäbe es nie Reue
und einen Platz für mich in deiner Welt.

Was mit diesem Schlüssel soll ich tun,
wenn keine Schlösser mehr zu öffnen sind,
unsre Hände tot im Schoße ruhn?

Und durch mein Haar fährt ahnend dieser Wind;
Wieder dieser Sand in meinen Schuhn -
und unsre Zeit, mein Herz, ach sie verrinnt.

17. Juni 2008

Ich wollt zu oft das Lebwohl singen,
nun ist der Schmerz mir schon ein Freund;
Ich hab ihn sorgsam eingezäunt,
so wird mein Lied nur leis erklingen.

8. März 2008

An N.W.

Du musst nicht glauben, was ich glaub
und nicht dem Gott, der mit mir geht.
Du suchst die Erde, ich den Staub,
der über einer Straße weht.

Wo deine Feste niemals wankt,
wenn Stürme trotzig sie umwehen,
dort ist der Platz, ich kann es sehen,
wo nur mein Herz zur Ruh gelangt.

Wir gehen doch im selben Schritt,
auch wenn dus anders nennst als ich.
Auch wenn dein Gegen mir ein Mit:
In Grund und Boden gleicht es sich.

So sind wir doch aus einem Holz,
aus einem Stamme wir getrieben
und welche Dinge wir auch lieben:
In dieser Gnade liegt mein Stolz!

14. Februar 2008

Vor Dir

Vor Dir hätte ich schweigen sollen
Ein Wort kommt nicht Vogelschwingengleich
Rast- und gedankenlos vor Deinem Fenster zu Fall
Zeigt sich nicht Daunenweich
Einmal hätte ich schweigen können
Ich zerriss Deinen Spinnenwebfaden

H
inter mir

Mein Rohdiamant ein Glaskristall
In meiner Hand der Glitzersplitter
Rettungslos verstummt

27. Januar 2008

Leb wohl, mein Freund

Leb wohl, mein Freund, denn wenn dich Ferne oder sogar Heimat ruft,
dann will ich keinen Schmerz und keine Träne mehr vergießen.
Ein letzter Blick, ein Lächeln, das noch einmal sich zu spiegeln sucht
und unser Scheiden kann nun weder dich noch mich verdrießen.

Ich wink dir zu und ohne Wehmut lasse ich dich ziehen,
obwohl- und bitte seh es nicht - mein Herz in tausend Splitter reißt.
Ach könnt ich dich begleiten, wo du hingehst mit dir fliehen,
doch selbst mein Geist ist hier gefasst und kann nicht mit wohin du reist.

Leb wohl, mein Freund, denn wenn dich Ferne oder sogar Heimat ruft,
dann fühl ich keinen Schmerz, dann will ich wirklich nicht mehr weinen.
Der letzte Blick, der nun für immer lächelnd nach dem Deinen sucht,
wird mich – ich bitte Gott - am Ende doch mit dir vereinen.

12. November 2007

An einen Freund

-gewidmet-

Ich danke Gott, dass er dir Worte leiht,
dass du mir rätst zu laufen, wenn ich stehe
und mir die Augen öffnest, wenn ich blind,
damit ich selbst im Nebel klar ersehe,
dass keine Dunkelheit für ewig bleibt,
dass auch im Schatten helle Sterne sind.

Ich danke Gott, dass du mich innig liebst,
wie ich auch dich und ohne zu verlangen,
dass der Moment mit dir mir zeitlos scheint,
weil deine Worte noch zu mir gelangen,
wenn mancher sie schon längst verklungen meint,
weil ohne Vorbehalt du soviel gibst.

Ich bitte Gott, dass er mir Worte leiht,
dir einmal auch etwas davon zu schenken,
was mir die Nacht so wunderbar erhellt.
Er möge meine Schritte dorthin lenken,
wo auch für dich ein Stück von meiner Welt,
sich dir und deiner Worte Schönheit weiht.

19. August 2007

Genug

Nun bist du fort - obwohl - war ich es nicht, die letztlich ging?
War bloße Angst es, die mich früh genug gewarnt,
die blinde Furcht nur, dieses große unbescholtne Ding,
die sich so manches Mal gemein als Großmut tarnt?

Ich bin geflohen, weil ich’s wohl nicht mehr ertrug,
dich immer nah vor mir und doch so unerreicht zu sehn.
Genug! schrie mich mein Ego an. Ich sah mich kauernd flehn,
um Gnade. Doch war sies, die mich am Ende schlug

und mich der schon so lang begehrten Demut übergab,
die ach so tüchtig bitter schmeckt und süß zu gleichem Teil.
So brach mit Gottes Hilfe selbst ich über mir den Stab
und suche nun, wenn auch mit Wehmut anderswo mein Heil.

6. Juni 2007

Lebewohl


Lebewohl

An der Reling weht der Blick zum Meer:
Ein kurzes Winken nur, die Hand erhoben.
Abschied nehmen ohne Wiederkehr,
die Träume klein zerteilt im Sturm zerstoben.

So trennt sich, was nur kurz das Wasser teilte
und in stillem Sehnen sich verband:
Ein weitres Bluten nur, das nicht verheilte,
nicht des Andern stummes Wort verstand.

Auf dem Wind rauscht träg das Lebewohl -
Vielleicht für heute oder auch für immer.
Wehmut trinkend klingt es klagend hohl:
Ein leeres Wort nur noch ein trüber Schimmer.


29. April 2007

Einig

Einig

Als ich dich traf und deine Worte Wurzeln in mir trieben,
da konnt ich noch nicht ahnen, was es mir bedeutet,
weshalb wie sanft gefühlter Nachhall lange sie verblieben,
warum in meinem Innern deine Stimme läutet.

Am Anfang meinte ich an meiner Sehnsucht zu zerbrechen
und glaubte, dass nur Flucht und Buße mich bereinigt.
Doch immer wieder hörte ich mich deine Worte sprechen;
Mein Himmel hatte längst sich deinem Klang vereinigt.

Ich glaube meine Seele gleicht im Kern der Deinen -
So leide ich, wenn trauerschwer gesenkt sind deine Lider
und wenn du lachst, so schenk ich dir ein Lachen wider -
Was in dir strahlt, dass scheint sich auch in mir zu einen.

Den Sinn von Liebe glaube ich nun zu verstehen;
In deiner Hand und deinem Blick hat gleichsam er gelegen -
Was bleibt ist rein und klar und biegt sich dir nur sanft entgegen -
In einem Willen nur, wird, was uns eint geschehen.

26. April 2007

Du

Du bist nur eine vage Geste - flüchtig leicht,
ein kurzer Augenblick, ein Lider senken - zart.
Ich habe einen Flügelschlag lang nur verharrt:
Du bist ein Schatten, ein Gedanke – unerreicht.

Doch dies Verharren war, als stünde alle Zeit,
als klängen Lieder mir und alle Welt wär taub.
Es war, als wäre der Moment die Ewigkeit
und neben mir zerfiele alles Sein zu Staub.

8. Januar 2007

Deine Stimme

Deine Stimme

Die hellen Töne deiner Stimme Klang,
den Engeln gleich, ihr sanfter Hochgesang.
So hoch dein edler Sinn und jedes Wort
von dir zerrinnt in meinen Händen fort.

Ich bin so anders, denn in Tiefe klingt
so unberechtigt, was mein Herz beschwingt,
dass an Weltlichkeit und Erde hängt
und niemals etwas ohne Lohn verschenkt.

So bist du immer dort und ich verlorn
und wenn du gehst beginne ich von vorn,
auch wenn der Himmel ohne Lied kein Hort,
denn deine Stimme nimmt es mit sich fort.


27. November 2006

Es friert mich so

Siehst du auch bisweilen, was ich sah, in schlafgestörten Nächten?
Ich atme mir in diesen Stunden noch die Welt in kleine Trümmer,
suche nie mehr und schon lang nicht mehr nach einem Gut im Schlechten.
Ist deine Stimme auch noch laut, so wird die Meine immer stummer.

Weißt du heute erst, was ich doch gestern schon zu wissen glaubte,
daß Sehnen trennbar und nicht fest gebunden sind an das Objekt?
Ganz und gar bewußt und starr in allem, was ich mir erlaubte,
doch hat mich alles, was du guten Willens gabst, im Keim erstickt.

Manchmal noch versuche ich den Rest des Lichtes zu ergreifen
und wende wehmutsschwer in meinen Händen diesen letzten Splitter -
Sachte, was ich einst gefühlt, mit meinem Munde nur zu streifen -
Es friert mich so, drum leg ich ihn zurück nun hinter seine Gitter.

14. November 2006

Begegnung

Begegnung

Ihr Lachen ist so süß,
dem Honigkuchen gleich.
Für ihn setzt sie die Füß
und jedes Wort klingt weich.

Er lächelt noch zurück,
hebt gütig seine Hand,
gereicht zu diesem Glück.
Ein Schatten an der Wand

erreicht den Zauberort
und bricht ihr das Genick,
wischt allen Frohsinn fort
und reinigt seinen Blick.

Danieder geht sie hin,
er wendet sich schon um
und mit ihm auch der Sinn,
ihr Mund versperrt, bleibt stumm.

30. August 2006

Ich sah dich

Ich sah Dich

Ich sah dich auf der Straße gehn vor Tagen

und wußte das du`s warst, bevor ich dich erkannt.
Aus Furcht vor deinem Wort hab ich mich umgewandt.
Ich wagte einfach nicht nach dir zu fragen.

Ich bin nun oft an dieser Stelle in der Stadt:
An manchen Tagen sieht man mich, wie ich dort steh,
vielleicht auch sitze nebenan in dem Cafe.
Mein Haar ist etwas wirr, mein müder Blick ist matt

und selten sprech ich, öfters schreibe ich nur Zeilen,
die dich so nett beschreiben, wie ich dich gesehn.
Doch sah ich dich nie mehr an dieser Straße gehn
und trotzdem ist mir so, als müßte ich verweilen.