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21. April 2009

aufgetragen

Warum nur lässt der Wahnsinn dieser Erde
mich bis ins Mark erzittern und verstören?
Ich will schon nicht mehr sehn und nicht mehr hören:
Was willst Du Herr, was willst du, dass ich werde?

Du lässt mich laufen und du zwingst mich nieder;
Dein Ruf ist keine Frage, nein Gesetz
und auch Dein Atem länger bis zuletzt:
Ich flieh vor dir und komm doch immer wieder.

Auch wenn Dein Wort nach Ninive mich lenkt;
Auch wenn’s mir sinnlos scheint so will ich sprechen,
was aufgetragen mir und nimmer brechen,
den Rizinus, der mir Erkenntnis schenkt.


14. Dezember 2008

Meilenweit

Nie war der Himmel mir so nah
wie jetzt in diesen sturmdurchpeitschten Tagen
und das was ist und jenseits war
mit Worten so sie sind könnt ichs nicht sagen
wie mirs so unbegreiflich an der Seele rührt

Nie waren meine Zweifel größer
als jetzt in dieser glanzerfüllten Zeit
und ferner meinem Gott
und jeder Zuspruch meilenweit
von dem getrennt den die Erlösung kührt

Und doch mit jedem müden Wegesschritt
und jedem Windstoß
der ungefragt uns vorwärts führt
und jedem Stirnesrunzeln
und dem ewigen "Sich fragen"
erkenn im Himmel ich die Ewigkeit


27. März 2008

ostern

in diesem jahr, dem dunklen
bin ich Dir gefolgt auf leiseren sohlen
strauchelnd und stockend
aber ich ging
wenn auch langsam

ich kannte Dich nicht
fühlte Dich nicht
nur eine Ahnung trieb mich

an diesem tag, dem dunklen
starb ich mit dir
fühlte Dich sterben
ging einmal ins wahre dunkel mit Dir
und Du sprachst
willst du auferstehen
dann komm und sieh

wie kann ich noch nein sagen
wie Dich nicht lieben

13. März 2008

Zweifel

Wie kann man wahrhaft glauben ohne Zweifel zu empfinden?
Wie ohne Glauben nur als wahrer Mensch durch dieses Leben gehn?
Das eine hat das andre nötig, um als Ganzes zu bestehn!
Muss man nicht sogar zweifeln, um das Leben zu ergründen,
und eines Schöpfers Wort und Schaffen glaubhaft zu verkünden?

Verschließt sich unser Geist wird unser Denken nichts entzünden.
Wie wir auch immer nennen, was uns zieht und weiter vorwärts drängt:
Das Schicksal dieser unsrer Welt ist von und über uns verhängt;
Wir können Wunden schlagen oder gütig sie verbinden
und neue Bänder um die alten spröden Bünde winden.

Doch können wir noch sondern und in freiem Willen wählen,
wenn unser Kopf im Sand und unser Leben ohne Skepsis bleibt,
wenn unser Jawort uns nicht immer wieder neu zum Suchen treibt,
wenn keine Antwort winkt und keine Fragen uns mehr quälen,
wenn Offenbahrung fehlt und keine Träume uns beseelen?

8. November 2007

Dank

Wie kann ich meinen Dank dir sagen;
Ich finde kaum ein Wort das zählt,
ein Jedes wirkt so arm gewählt
und immer klingt es wie ein Klagen.

Doch alles in mir ist ein Lachen,
denn endlich ist hier ein Verstehn,
ein Tun, ein Hören und ein Sehn,
ein Auferstehn und ein Erwachen.

Ich weiß jetzt nur im Dunkel kann,
dein Licht mir heller so erstrahlen,
mir leuchtender die Farben malen,
als je ein Künstler sie ersann.

Drum Herr, ich weiß du kennst mein Herz!
So will ich einfach lächelnd schweigen,
mein Haupt in Liebe vor dir neigen,
mit Würde tragen meinen Schmerz.

4. November 2007

Dein Ruf

Du rufst so drängend, Herr, nach mir.
Doch ach, wie kann ich heute darauf hören?
Mein Sein und Tun beginnt mich zu verstören
und ich verzweifele im Jetzt und Hier.

Wie einer liebend Mutter treues Kind,
so will ich folgen deinem Stern.
Doch wie ein mattes Blatt in starkem Wind,
verwehts mich unbestimmt und fern.

Und deiner Weisung muss ich widerstehn,
denn meine Ohren bleiben taub.
Weil meine Augen nicht durch Balken sehn,
zerfällt mein müder Blick zu Staub.

Erklänge mir dein Lied wie einst
und könnten meine Sinne dich noch fassen!
Ich will und kann doch nie mehr von dir lassen
und weiß doch, dass du um mich weinst.

13. Oktober 2007

Frage

Was ist es immer, dass mich solche Nacht umgibt,
mich selbst am lichten Tage noch das Dunkel liebt,
dass Traum und Wirklichkeit mir beides ferne liegt
und nicht einmal mein Geist mehr zu den Sternen fliegt?

Wie kommt es nur, dass nimmer Dank sich in mir regt,
sich in mein kaltes Bett nur noch ein Schatten legt,
dass kein Gesang mich mehr im Innersten belebt
und meine Hand nur noch in düstren Farben webt?

Was ist geschehn, dass ich die Sonne angstvoll meide
und täglich mehr am voll erfüllten Leben leide,
mit Siebenmeilenstiefeln diese Welt durcheile
und jedes mir geschenkte Glück in Stückwerk teile?

16. September 2007

Der Philosophen Fluch

Weshalb nur muss das Denken uns wie Rauch ersticken,
lässt unsern Geist Gefangener im eignen Körper sein?
Erfordert Flucht und Dasein solcherart dieselbe Pein,
verbleibt ein hin und her, ein zwischendrin verstricken.

Die leeren Taten, die das Elend uns verscheuchten,
sind schnell verlebt und schlagen uns mit ihrer Armut wund.
Jedoch den Dingen stets den Boden auszuleuchten,
ist gleichsam schmerzhaft, wenn nur Nichtigkeit auf diesem Grund.

Selbst wenn man uns die trauervollen Augen blendet,
so wüssten wir, es führe niemals ans begehrte Ziel -
es wäre nie ein weniger, die Welt uns noch zuviel -
und dass Erkenntnis nicht mit äußrer Blindheit endet.

Ach könnten uns wie einst die glimmend hellen Lichter
der Sterne, Boten einer gottgewollten Schönheit sein
und nicht nur Illusion dem längst verzagten Dichter,
der wohl vergaß, dass sie es sind und nicht nur hohler Schein.

Denn ist es nicht der Philosophen abgestumpfter Fluch,
dass sie das Leben nur noch in Gesamtheit deuten
und es in ihrer Qual mit seinen Wundern häuten?
Was bleibt ist ein Skelett des Wesentlichen, ein Versuch.

2. Juni 2007

Das Herz erhoben

Es ist, als renne ich durch dieser Welt verstaubte Gassen
und streife hier und da nur im vorübergehn ein Licht,
dass den sonst düster angehauchten Weg ganz sanft durchbricht -
Gehetzt, getrieben, mitgezogen in dem Sog der Massen.

Doch wenn in diesem Dunkel / mein Herz sich dir erhebt,
dann ists, als hätt ich Heimat, / die mich in dir umfängt
und aller Schatten fliehet, / dass Haupt vor dir gesenkt,
dem Lichte zu entkommen, / dass ihm entgegen strebt.

Nur deine Liebe kann des Lebens wahren Kern mir zeugen
und ohne enge Grenzen gibst du liebend auf mich Acht -
Du hältst mich schützend warm, doch hältst du mich in Freiheit sacht -
Vor deiner Größe sanft entzündet will die Knie ich beugen.

29. April 2007

Einig

Einig

Als ich dich traf und deine Worte Wurzeln in mir trieben,
da konnt ich noch nicht ahnen, was es mir bedeutet,
weshalb wie sanft gefühlter Nachhall lange sie verblieben,
warum in meinem Innern deine Stimme läutet.

Am Anfang meinte ich an meiner Sehnsucht zu zerbrechen
und glaubte, dass nur Flucht und Buße mich bereinigt.
Doch immer wieder hörte ich mich deine Worte sprechen;
Mein Himmel hatte längst sich deinem Klang vereinigt.

Ich glaube meine Seele gleicht im Kern der Deinen -
So leide ich, wenn trauerschwer gesenkt sind deine Lider
und wenn du lachst, so schenk ich dir ein Lachen wider -
Was in dir strahlt, dass scheint sich auch in mir zu einen.

Den Sinn von Liebe glaube ich nun zu verstehen;
In deiner Hand und deinem Blick hat gleichsam er gelegen -
Was bleibt ist rein und klar und biegt sich dir nur sanft entgegen -
In einem Willen nur, wird, was uns eint geschehen.

27. Oktober 2006

Einen wie Dich


So unantastbar, so voller Größe, so menschlich, so rein.
Ich dacht, ich dürfte nicht lieben, einen wie dich.
So voller Wunder und Milde gebend, verschenkend allein.
Ich konnt nicht lieben wie du und gleichzeitig mich.

Du zeigst mir Wege, verschlungen, einsam, lebendig verschönt.
Ersehnen will ich, verachten nicht, was erfüllt
und sei es Sünde so qualvoll schmerzlich, bin ich, die verhöhnt,
was herrlich wäre an mir, in Sehnsucht mich hüllt.

Ich griff so gierig nach Schande, wenn sie geboten mir ward.
Doch jetzt ergreif ich die Hand, die warm mich erhält,
erkenne Schönheit nun auch in mir und in allem verwahrt.
Ist auch mein Auge erblindet, seh ich die Welt,

doch andern Blickes erhellt, gewürdigt nun alles, was zählt
und nicht, was Unsereins blendet und giftig verzehrt.
Du hast mit deinem Beharren, mich so errettend beseelt
und gabst mir ohne Verlangen, nur was ich begehrt.

14. September 2006

All die Liebe



All der Liebe Überschuss,
mich schon aufzuquellen drohte,
mich von innen her verrohte,
barst mich fast im Überdruss.

All die Süße, die vergärt,
wollte qualvoll mich erfüllen
und was satt, noch immer stillen,
wie ein Krug, der nie geleert.

Ganz der Fülle Untertan,
sucht ichs andern aufzuladen,
brachte Unheil nur und Schaden,
sah die Gnade nicht im Wahn.

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Doch dann erklang mir jenes Lied,
es war, als würde ich gerufen,
von jenen, die mich einst erschufen,
von ihm, der alles in mir sieht.

Nun wurd Heilung mir geschenkt,
Bestimmung lag auf meinen Wegen,
nur wahr geschenkt, bringt Liebe Segen,
von nun an ward mein Herz gelenkt.

Du hast mir all mein Fehl verziehn,
so will ich nun im Stillen geben,
in deinem Sinn im Lieben leben
und innig vor dir niederknien.

Ich denke und fühle und sehe


Ich denke und fühle und sehe,
dass ich bei dir geborgen,
dann quälen keine Sorgen,
dann ist mir nicht mehr wehe.

Doch treib ich Blattwerk gleich,
nicht nur auf stiller See.
Nach deinem Schritt ich geh -
Das Folgen macht mich reich.

Viel mehr als Reichtum satt,
erfreut mich nur dein Wort:
Es ist mir Haus und Hort,
dein Reich mir Heimatort.

Ich liebe und glaube und spüre,
ganz dich in deinen Werken,
lass deinen Arm mich stärken,
auf deinem Weg mich führe.

12. September 2006

Gebet


Ach Herr, ich folge auf dem Fuße dir
und wünschte nur, ich könnt in deinen Schritten gehen;
Doch kann ich nur Vergebung hier und dort erflehen:
Geliebte Mutter mein, vergebe mir!

Ich spende gern mein letztes Brot für dich
und alles Denken, Sehnen will nur zu dir fliegen;
Du kannst, was in mir schlecht und krank im Nu besiegen:
Geschätzt und wahr lässt du mich nie im Stich!

Noch trag ich dies Gewand, das schwer mir düngt,
doch trag ich gern in Demut deinen Schild und Namen;
Ich kann dein Lied nicht immer hören, doch erahnen,
dass alles, was dein Banner trägt gelingt!